Vom Stand der Dinge hin zum Ziel

Einsortiert in: Allgemeines- 14. Januar 2011 Noch keine Kommentare

In der letzten Woche habe ich ein Tool vorgestellt, mit dem man den Stand der Dinge ermitteln kann. Wie steht es um meine Selbstständigkeit, in welchen Bereichen läuft es rund, und in welchen holpert es noch ganz gewaltig?

Das Idealziel wäre ein Rad, das rundum komplett bis zur 10 gefüllt ist. In dem ich alle Bereiche optimal lebe in meiner täglichen Arbeit und wo ich kein Verbesserungspotenzial mehr sehe.

Ob das erreichbar ist? Wer weiß… Ich persönlich glaube eher, dass sich im Lauf der Zeit die Wünsche und Ansprüche so verschieben, dass das, was mir heute als 10er-Zustand vorkommt, in ein paar Jahren höchstens noch eine 5 wäre. Aber das ist auch gut so, das bringt stetige Weiterentwicklung.

Und genau diese Entwicklung soll im nächsten Schritt das Thema sein.

Wenn Sie für sich selbst das Rad ausgefüllt haben (oder das jetzt noch rasch erledigen), dann sind Ihnen mit Sicherheit schon Ideen durch den Kopf gegangen, was Sie gerne konkret ändern wollen in den verschiedenen Bereichen Ihrer Selbstständigkeit. Mir ging das genauso, und ich habe mir entsprechend meine Ziele aufgeschrieben. Das Schreiben ist hier ganz wichtig, es macht aus diffusen Vorstellungen im Hinterkopf greifbare Fakten, mit denen sich arbeiten lässt.

Haben Sie Ihre Ziele schon aufgeschrieben?
Hier zur Erinnerung noch einmal die acht Bereiche einer Selbstständigkeit, die – zumindest für mich – relevant sind. Wenn Sie andere Kategorien wählen möchten, ist das vollkommen in Ordnung.

  • Zahlen
  • Inhalte
  • Kunden
  • Auftritt
  • Netzwerk
  • Akquise
  • Wissen
  • Zeit

Am besten nehmen Sie sich für jeden Bereich ein Blatt Papier, schreiben den Namen des Bereichs als Überschrift darüber, und notieren vielleicht noch einmal den Zahlenwert, den Sie im Rad festgelegt hatten, z. B. „5 von 10“.

Dann listen Sie alle die Ziele auf, die Sie für 2011 in diesem Bereich verfolgen möchten. Schreiben Sie ruhig erst einmal alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt, ohne großartig auszusortieren. Der Feinschliff kommt später. Was wollen Sie in 2011 in Sachen Zahlen erreichen? Vielleicht eine Preiserhöhung durchsetzen? Den Umsatz erhöhen? In Sachen Wissen könnte eine Weiterbildung auf dem Plan stehen. Oder vielleicht gerade der Vorsatz, in diesem Jahr endlich zu arbeiten und nicht mehr so viel Geld in Seminare zu stecken?

Die Ziele abschleifen
Es ist wichtig, nicht bei einer bloßen Sammlung an mehr oder weniger ausführlich formulierten Zielen stehen zu bleiben. Der Schliff ist wichtig. Nur ein glattpoliertes Ziel kann ordentlich durchs Jahr flutschen – sind zu viele Ecken und Kanten dran, dann bleibt es womöglich im Laufe des Jahres an kleinen Hindernissen hängen. In der nächsten Folge dieser kleinen Artikelserie erfahren Sie übrigens auch noch, wie sie die Ziele so einfetten, dass sie praktisch von selbst flutschen!

Es gibt verschiedene Modelle, nach denen mal Ziele schleifen und polieren kann. Eines davon ist die SMART-Regel. Sie prüfen damit Ihre Zielformulierung nach fünf Kriterien:

  • Ist Ihr Ziel spezifisch formuliert? Ob das der Fall ist, prüfen Sie mit den klassischen W-Fragen: Wer, was, wann, wie, warum, wo, etc. Sind wichtige Angaben unklar? Dann verändern oder ergänzen Sie die Zielformulierung!
  • Ist Ihr Ziel messbar? Oder anders gefragt: Woran bemerken Sie, dass Sie das Ziel erreicht haben?
  • Ist Ihr Ziel angemessen, attraktiv, ansprechend? Je nachdem, welche Quelle man zu Rate zieht, wird das A unterschiedlich besetzt. Ich persönlich nutze gern die Variante attraktiv. Fragen Sie sich also: Ist das wirklich mein Ziel? Will ich es erreichen? Oder ist es eines, das ich von irgendwem übernommen habe, weil „man das so macht“? In letzterem Fall ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dieses Ziel ständig an Ihren persönlichen Überzeugungen und Werten aneckt und auf der Strecke bleibt.
  • Ist Ihr Ziel realisierbar? Möglich ist vieles. Aber wenn Sie selbst im Inneren davon überzeugt sind, dass das Ziel höchst utopisch ist, und Sie es wahrscheinlich nicht erreichen werden, dann sind die Voraussetzungen für das Ziel denkbar schlecht. Vielleicht erscheint es Ihnen unrealistisch, in diesem Jahr im Bereich „Zahlen“ von 5 auf 10 zu gelangen? Dann setzen Sie das Ziel niedriger und peilen sie die 7 an.
  • Ist Ihr Ziel terminiert? Wenn Sie nur Ziele für das Jahr 2011 formulieren, steckt der Termin da ja automatisch schon ein bisschen mit drin. Aber es geht sicher noch genauer, und ich vermute mal, dass Sie nicht alle Ziele pünktlich zum 31.12. erreicht haben wollen, sondern einige auch schon früher. Schreiben Sie den Termin also auf jeden Fall dazu.

Es gibt auch noch andere Modelle, wie man Ziele so formuliert, dass sie gut zur Erreichung flutschen. Im NLP zum Beispiel gibt es eine Reihe von Kriterien für wohlgeformte Ziele. Die decken sich zum Teil mit denen aus dem SMART-Modell, aber einen Aspekt möchte unbedingt noch herausgreifen:

  • Ist Ihr Ziel positiv formuliert? Oder kommen Verneinungen darin vor?

Für mich ist das der wichtigste Aspekt überhaupt. Falls Sie also noch Verneinungen finden („nicht mehr“, „kein“, „nie wieder“…), dann formulieren Sie die Frage so lange um, bis sie positiv formuliert ist. Beschreiben Sie das, was Sie erreichen, nicht das, was sie vermeiden oder loswerden wollen.

Puh. Das für alle Ziele aus allen Bereichen durchzuarbeiten, das ist richtig Arbeit. Aber versprochen: Es lohnt sich. Sie haben jetzt auch eine ganze Woche Zeit dafür. Und dann gehen wir noch einen Schritt weiter und machen die Ziele richtig flutschig :-)

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