Der Stand der Dinge zum Jahreswechsel

Einsortiert in: Marketing, Organisation- 07. Januar 2011 2 Kommentare

Der Jahreswechsel ist schon seit alters her der Zeitpunkt, zu dem man Rückschau hält auf das vergangene Jahr, und zu dem man Pläne schmiedet für das kommende.

Das gilt natürlich auch und vor allem für Selbstständige und Unternehmer.

Im Coaching gibt es ein Instrument, das sich sehr gut dafür eignet, Bilanz zu ziehen. Es ist unter dem Namen Lebensrad bekannt und bezieht sich für gewöhnlich auf die unterschiedlichen Lebensbereiche: Arbeit, Partnerschaft, Gesundheit, Freizeit, etc.

Speziell für Selbstständige habe ich diese Kategorien ein wenig anders definiert, das Prinzip bleibt aber das gleiche.

Für jede Kategorie überlege ich mir: Auf einer Skala von 0-10, wie zufrieden bin ich mit dieser Kategorie im vergangenen Jahr gewesen? Die einzelnen Werte trage ich in das Rad ein und habe so ein plastisches Bild davon, in welchen Bereichen es mehr oder weniger rund läuft.

In einem nächsten Schritt kann ich mir dann entsprechende Ziele setzen, die ich im kommenden Jahr erreichen möchte, um das Rad „auszuwuchten“.

Und so sieht das Rad aus:

Ich überlege mir also in diesen acht Bereichen: Wie rund läuft es hier, auf einer Skala von 0-10?

  • 0 bedeutet: Schlechter geht es gar nicht mehr, dieser Bereich ist unter aller Kanone.
  • 10 bedeutet: Ich bin höchst zufrieden damit, wie es gerade ist, genau so soll es bitte bleiben.

Wie zufrieden bin ich mit …
… meinen Zahlen:
Stimmen Umsatz, Kosten und Gewinn? Sind die Preise für meine Produkte und Leistungen noch angemessen?

… meinen Inhalten:
Mache ich die Dinge, die ich gern tue? Finde ich einen befriedigenden Sinn in dem, was ich tue? Machen mir die Themen Freude, mit denen ich zu tun habe? Biete ich die richtigen Produkte und Leistungen an?

… meinen Kunden:
Habe ich sauber definierte Zielgruppen und finden die richtigen Kunden zu mir? Stolpere ich immer wieder über eine bestimmte Sorte “Problemkunde”? Stimmt die Struktur aus Stammkunden und Neukunden?

… meinem Auftritt:
Passt mein Corporate Design noch zu mir? Setze ich es überall konsequent um? Wie sehen meine Materialien aus (Flyer, Briefpapier, Visitenkarten), werden sie mir gerecht? Braucht meine Website eine Renovierung oder meine Geschäftsräume eine Auffrischung?

… meinem Netzwerk:
Kenne ich die richtigen Leute? Treffe ich Kollegen, Mitbewerber, Kooperationspartner in der Frequenz, wie es gut für mich ist? Stecke ich genug Zeit in die Kontaktpflege?

… meiner Akquise:
Bringen meine Werbemaßnahmen die gewünschten Erfolge? Nutze ich alle Wege, die ich nutzen könnte? Finde ich regelmäßig Neukunden in ausreichender Zahl? Habe ich überhaupt ein vernünftiges Controlling über meine Marketing-Maßnahmen?

… meinem Wissen:
Stecke ich genug Zeit und Geld in meine eigene Weiterbildung – oder vielleicht sogar zu viel? Lese ich die abonnierten Fachzeitschriften überhaupt? In welchen Bereichen bräuchte ich dringend noch mehr Kompetenz?

… meiner Zeit:
Wie steht es um das Verhältnis von Arbeitszeit zu Freizeit? Kommen private Kontakte zu kurz oder ist es eher die Arbeitszeit, die länger sein könnte?

Die Ergebnisse zeichne ich dann in das Rad ein, und habe damit meinen Stand der Dinge erfasst. Beispielhaft habe ich hier mal einen mit fiktiven Zahlen abgebildet:

Wahrscheinlich habe ich schon während des Nachdenkens über den Ist-Zustand Ideen dafür gehabt, was genau ich ändern müsste, oder wie es besser wäre. Diese Ideen bewusst in brauchbare Ziele umzusetzen, darum soll es im nächsten Beitrag gehen.

Übrigens: Wer mit den Kategorien nicht so ganz klarkommt, kann die einzelnen Begriffe natürlich auch austauschen. In manchen Bereichen überschneiden sich die Themen, und je nach persönlicher Sichtweise fehlt vielleicht auch noch ein Punkt. Es spricht nichts dagegen, die Kategorien für sich selbst so zu definieren, wie sie am besten passen.

2 Kommentare zum Beitrag “Der Stand der Dinge zum Jahreswechsel”

  1. Michael Keukert says:

    Dieses Rad-Konzept sieht interessant aus. ich denke ich werde es in abgewandelter Form für meinen Job verwenden.

  2. Angela Gaida says:

    Hallo Herr Keukert,
    das freut mich! Vielleicht mögen Sie ja einmal über Ihre Erfahrungen berichten, wenn Sie eine Zeit lang damit Erfahrung gesammelt haben. Ich finde es immer sehr spannend, wie unterschiedlich die Menschen mit solchen Instrumenten umgehen, und wie vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten sind.

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