Die Informationsflut managen

Einsortiert in: Organisation- 28. Mai 2010 3 Kommentare

Eben bin ich im WordWeb-Blog über Barbaras Beitrag zum Webmaster Friday gestolpert. Nun stehe ich mit dem Begriff des Webmasters auf Kriegsfuß, denn meine Assoziationen dazu umfassen hauptsächlich blinkende Gif-Bildchen, Gästebücher mit drei steinalten Einträgen von Vettern dritten Grades und Besucherzähler in Neonfarben. Aber da heute keine Sonne scheint, fällt es mir leichter, über meinen Schatten zu springen ;-)

Und wo wir schon beim Springen sind: Das Thema hat mich angesprungen, darüber wollte ich eigentlich immer schon einmal etwas schreiben. Genau genommen zum Thema “Wie organisiere ich die Flut an RSS-Feeds”. Mit den geeigneten Tools lässt sich das Prinzip vermutlich auch auf andere Kommunikationskanäle übertragen.

Sortieren – aber wie?
Mein Feedreader beinhaltet im Moment mehrere hundert Blog-Feeds, die ich mehr oder weniger regelmäßig verfolge. Anfangs habe ich die Feeds einfach bunt gesammelt, aber das wurde sehr schnell sehr unübersichtlich. Ich habe dann versucht, die Feeds nach Themenbereichen zu sortieren. Ich benutze übrigens Greatnews als Reader und bin absolut zufrieden damit. Das Programm lässt mich eine Art Ordnerstruktur anlegen, ich kann also Feeds zu Gruppen zusammenfassen. Zunächst wie gesagt nach Themenbereichen.

Sortierung nach Bedeutung
Schnell habe ich aber gemerkt, dass die Sortierung nach thematischen Rubriken mir nicht ausreicht. Denn innerhalb der Rubriken gab es nach wie vor wichtigere und weniger wichtige Blogs. Zum Beispiel solche, die ich immer gründlich lesen möchte. Oder solche, in denen ich häufig kommentiere. Die standen aber alle gleichwertig nebeneinander, und ich vergeudete viel Zeit bei dem Versuch, den Überblick zu behalten.

Also habe ich mir eine Bedeutungs-Struktur überlegt, mit der ich heute hervorragend zurechtkomme:
A) Marktplatz [Thema]
B) Netzwerk [Thema]
C) Quellen [Thema]

Marktplatz
Unter Marktplatz habe ich jeweils nur eine winzig kleine Auswahl an Blogs, die mir besonders wichtig sind. Wichtig deshalb, weil sie eine große Reichweite haben, super zu meinen eigenen Themen passen und daher der ideale Ort sind, sich mit Kommentaren einzubringen. Natürlich nicht mit Spam-Kommentaren, ich kommentiere schon immer nur dann, wenn ich auch meine, etwas Sinnvolles beitragen zu können. Aber diese Kommentare sind hervorragende Trafficbringer für meine eigenen Seiten. Darum ist diese Sparte bei mir intern auch mit “Marktplatz” überschrieben. Für jeden der Themenbereiche, mit denen ich mich beschäftige und zu denen ich auch selbst Blogs betreibe, habe ich eine solche Marktplatz-Rubrik.

Netzwerk
Wenn jemand bei mir kommentiert, landet derjenige in der Netzwerk-Rubrik. Zumindest dann, wenn derjenige selbst ein Blog betreibt. Auf diese Art habe ich schon einige echte Perlen entdeckt. Dieses Netzwerk pflege ich, indem ich immer mal wieder die Feeds durchschaue, den einen oder anderen Beitrag kommentiere und so ganz allgemein im Kontakt bleibe. Ab und zu kommt es vor, dass ein Blog sowohl für die Marktplatz- als auch für die Netzwerk-Rubrik “qualifiziert” ist. Dann stecke ich es in die Marktplatz-Rubrik. Im Netzwerk sind meist mehr Feeds zu finden als im Marktplatz.

Quellen
Alles andere landet in der Quellen-Rubrik. Die macht meist auch den größten Anteil aus. Hier stecken zum Beispiel Feeds aus Übersee drin, Branchennews, interessante kleine Nischenblogs und alles weitere, was mir zu einem Thema noch so über den Weg läuft. Hier lese ich bei weitem nicht alles, überfliege nur die Titel, manchmal nur die ersten paar Zeilen, und ab und zu auch mal einen Beitrag ganz, wenn er interessant ist. Aber ich habe auch kein Problem damit, nach ein paar Tagen Abstinenz, wenn sich hier drin zu viel angesammelt hat, einfach auf “alles gelesen” zu klicken.

Labels
Einzelne Beiträge markiere ich mir mit der Label-Funktion, die mein Reader hat. Zum Beispiel, um mich später ausführlicher damit zu beschäftigen, oder um später darin zu kommentieren, wenn ich gerade nicht die Zeit dazu habe.

Zeitaufwand
Dank dieser Sortierung brauche ich heute nur noch einen Bruchteil der Zeit für meine Feeds, die ich früher gebraucht habe, als noch alle unsortiert nebeneinander standen. Ich kann schneller das Wichtige vom Unwichtigen trennen. Ich kann ohne schlechtes Gewissen einen großen Batzen an Beiträgen als gelesen markieren, wenn es mir mal zu viel wird.

A propos zu viel – ich glaube, der Beitrag hier ist jetzt lang genug geworden und trägt seinerseits zur Informationsflut bei. Womit wir den Bogen zur Überschrift geschlagen hätten.

3 Kommentare zum Beitrag “Die Informationsflut managen”

  1. Barbara says:

    Vielen Dank für den interessanten Artikel, die guten Tipps und den Link zu meinem Beitrag. Etwas mehr Übersichtlichkeit würde meinen Feeds auch gut tun. Greatnews muss ich deshalb unbedingt ausprobieren :)

  2. Angela Gaida says:

    Ich habe zu danken für die Anregung :)
    Inspiriert durch meinen eigenen Beitrag habe ich vorhin eine Stunde damit zugebracht, meine Twitter-Accounts genauso zu organisieren. Nicht dreistufig, das wäre mir zu viel geworden, aber zweistufig. Netz und Rest sozusagen. Mit Tweetdeck und nicht-öffentlichen Listen funktioniert das ganz hervorragend. Bin gespannt, wie es sich im Praxiseinsatz bewährt.

  3. Frank says:

    Durch Twitter stieß ich auf diesen Post, der sehr zum Nachdenken an eigene Gewohnheiten anregt.

    Sehr nützlich ist auch der Link zum Reader Greatnews. Werde ihn gleich mal testen – und dabei Ihr Sortierschema anwenden ;)

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